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Gestaltungsprinzipien für Projekte im öffentlichen Raum

Aus Bern baut

Diese Seite zeigt beispielhaft einen Aufbau, der sich stärker am Wiki-Konzept orientiert, als dies beim direkt aus dem PDF-Arbeitsmittel übernommenen Blau-grüne Infrastruktur der Fall ist.


Für Projekte im öffentlichen Raum wurden Gestaltungsprinzipien (Standards) entwickelt, die Standardsituationen aufzeigen und den vielfältigen städtischen Anforderungen gerecht werden. henden Standards überprüft, angepasst oder durch neue ersetzt. Das Arbeitsinstrument «Bern baut» gibt keine definitiven Gestaltungskonzepte vor, sondern zeigt die Möglichkeiten und Spielräume auf, die im Regelfall zur Anwendung kommen. Neue Standards werden in „Bern baut“ aufgenommen, wenn sie sich in der Praxis bewährt haben. Besonderheiten im Stadtraum wie der UNESCO-Perimeter oder städtebaulich-denkmalpflegerisch herausragende Plätze und Strassen sind gesondert zu betrachten. Die spezifischen historischen Eigenschaften in der Gestaltung sollen beibehalten, gestärkt und weiterentwickelt werden. Orte mit hoher Aufenthaltsqualität können mit Standardelementen oder standardabweichenden Elementen gestaltet werden.

Layout öffentlicher Raum und Klimaanpassungsmassnahmen

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Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels werden Klimaanpassungsmassnahmen mit hoher Priorität in die Projekte integriert. Intelligente Strassenquerschnitte und ein zusammenhängendes Netzwerk aus blau-grüner Infrastruktur dient dabei als Leitbild für eine klimaresiliente Stadt. Das Schwammstadt-Prinzip spielt eine zentrale Rolle, indem es natürliche Prozesse wie Verdunstung, Versickerung und den Wasserrückhalt fördert.

Um den Anforderungen eines modernen Stadtraums – wie Funktionalität, Sicherheit und Ästhetik – gerecht zu werden, ist eine multifunktionale Nutzung der Flächen unerlässlich. Das Layout des öffentlichen Raums muss daher stets ganzheitlich geplant und auf die spezifischen Anforderungen abgestimmt werden.

Blau-grüne Infrastruktur

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Blau-grüne Infrastruktur bezeichnet ein integriertes Konzept zur Gestaltung urbaner Räume, das natürliche Wasserressourcen (blau) und Grünflächen (grün) miteinander verknüpft. Ziel ist es, städtische Lebensräume ökologisch nachhaltiger zu gestalten, indem versiegelte Flächen entsiegelt und Wasser- und Vegetationssysteme kombiniert werden, um Niederschlagswasser zu managen, die Biodiversität zu fördern, das Mikroklima zu verbessern und die Lebensqualität zu erhöhen. Beispiele sind Versickerungsflächen, die gleichzeitig als Grünflächen dienen, oder Parks mit integrierten Wasserläufen zur Versickerung und Kühlung durch Verdunstung. So ist in der Vorstudienphase ein Niederschlagswassermanagement festzulegen, das auch die Nutzung des Wassers einbezieht.

→ Hauptartikel  Blau-grüne Infrastruktur

Oberflächen und Beläge

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Versiegelungen sind allgemein auf das funktional notwendige Minimum zu begrenzen. Bestehende Beläge sollen wo möglich entsiegelt und klimaadaptiv umgestaltet werden. Unversiegelte Flächen fördern die Versickerung, reduzieren Hitzeeffekte und verbessern das Mikroklima. Begrünungen verstärken diesen Effekt und fördern die Biodiversität.

→ Hauptartikel Oberflächen und Beläge

Wegführungen und Strassenränder

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Gerade, symmetrische, durchlaufende Strassenränder erzeugen ein ruhiges Gesamtbild der Strasse. Grundsätzliche Abweichungen sind zu begründen. Grundsätzlich soll auf jedem Trottoir ein freier Gehbereich entweder strassenseitig oder fassadenseitig verlaufen. Wegführungen und Querungsstellen müssen eindeutig erkennbar und ertastbar sein. Menschen mit Behinderung sind für eine sichere Bewegung auf abgegrenzte Fussgängerbereiche angewiesen. Zu Wegverbindungen über Treppen müssen stufenlose Alternativen mit geringem Umweg angeboten werden.

→ Hauptartikel Wegführungen und Strassenränder

Öffentliche Stadtmöbel, zu denen z. B. Bänke, Abfallbehälter, Veloständer, etc. gehören, ermöglichen wichtige Grundfunktionen im öffentlichen Raum und tragen zur Aufenthaltsqualität bei. Ausstattungselemente beeinflussen die Benutzbarkeit und das Erscheinungsbild eines Ortes. In der Stadt Bern sind sie Teil der Corporate Identity und zeichnen sich aus durch Langlebigkeit, Vandalismusresistenz, hohe Ausführungsqualität und zeitloses Design.

→ Hauptartikel Ausstattungen

Gestaltungsmerkmale

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Eine Schwammstadt ist so konzipiert, dass sie die Versickerung, Verdunstung und die Retention von Niederschlagswasser fördert. Durch den Oberflächenrückhalt und die verzögerte Ableitung werden Abflüsse reduziert, die lokale Grundwasserneubildung gefördert, die Stadtvegetation mit Wasser versorgt und kühlende Verdunstungseffekte erhöht. Das Niederschlagswasser wird beispielsweise von Freiflächen, Verkehrsflächen und Dächern gesammelt und anschliessend zu bestehenden und neuen Grünflächen und Bäumen geleitet. Gleichzeitig wird das Kanalsystem entlastet und die Gefahren bei Starkregenereignissen reduziert.

Um das Gesamtbild zu erhalten und zentrale Anforderungen gerecht zu werden, sollen historische Elemente des Stadtraums (Querschnitte, Materialien, Ausstattungen, Bepflanzungen), das hindernisfreie Bauen, Klimaanpassungsmassnahmen und weitere Anforderungen gleichwertig und –zeitig einbezogen und aufeinander abgestimmt werden.

Ganzes Stadtgebiet

  • Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung
  • Bundesinven

tar der historischen Verkehrswege der Schweiz

  • Bauinventar Stadt Bern
  • Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG)
  • SIA 500 «Hindernisfreie Bauten»
  • SN 640 075 «Fussgängerverkehr - Hindernisfreier Verkehrsraum»
  • «Urbaner Wasserhaushalt – Niederschlagswassermanagement im öffentlichen Raum», Arbeitshilfe der Stadt Bern, 2025