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UNESCO-Perimeter

Aus Bern baut

Der UNESCO-Perimeter umgrenzt das Gebiet der Altstadt von Bern, das 1983 in die Liste der Weltkulturgüter der UNESCO aufgenommen wurde. Er bildet zusammen mit der zugehörigen Pufferzone das Schutzgebiet des Weltkulturerbes und ist damit eine zentrale Bezugsgrösse für Planung, Gestaltung und Unterhalt des öffentlichen Raums in der Berner Altstadt.

Weltkulturerbe-Perimeter der UNESCO.
Weltkulturerbe-Perimeter der UNESCO.

Einordnung und Bedeutung

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Die UNESCO führt gemäss dem Übereinkommen von 1972 eine Liste von Kultur- und Naturobjekten mit aussergewöhnlichem universellem Wert (Outstanding Universal Value). Die Altstadt von Bern erfüllt das Kriterium (iii) der UNESCO – sie gilt als herausragendes Zeugnis einer zähringischen Städtegründung des 12. und 13. Jahrhunderts. Massgebend sind insbesondere die erhaltene Gründungsstadtanlage, die für Bern typischen Lauben, die Quaderbauweise aus Berner Sandstein sowie die topografische Einbettung in das Aaretal (Was macht die Altstadt zum Weltkulturerbe (Stadt Bern)).

Der Welterbestatus verpflichtet die Stadt, alle Eingriffe im Perimeter sorgfältig zu planen und am Erhalt der herausragenden Eigenschaften auszurichten. Dies betrifft neben Hochbau und Denkmalpflege auch die Gestaltung, Nutzung und Instandhaltung des öffentlichen Raums.

Abgrenzung: Welterbe-Perimeter und Pufferzone

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Das Schutzgebiet gliedert sich in zwei Teile:

Welterbe-Perimeter (Kernzone)
Das eigentliche, 1983 festgesetzte und seither unveränderte Gebiet des Weltkulturerbes. Es umfasst im Wesentlichen die Aarehalbinsel mit der gewachsenen Altstadt von der Heiliggeistkirche bis zur Nydeggbrücke samt Flanken zur Aare.
Pufferzone
Das an den Perimeter angrenzende Gebiet, das zum Schutz und Erhalt des Erscheinungsbildes der Welterbestätte beiträgt. Die UNESCO verlangt für alle Welterbestätten eine Pufferzone; für Bern wird hierzu die bestehende Aaretalschutzzone herangezogen. Die definitive Festsetzung erfolgt im Rahmen des UNESCO-Managementplans (Auftrag UNESCO-Managementplan (Stadt Bern)).

Interaktive Karte

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Kartenausschnitt: auf map.bern.ch öffnen

Zusätzliche Karten und Datensätze zur Altstadt (Denkmalpflege, Bauinventar, Stadtbeschriftung) sind über den Stadtplan der Stadt Bern zugänglich.

Bedeutung für Projekte im öffentlichen Raum

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Für Planung, Bau und Unterhalt im UNESCO-Perimeter gelten erhöhte Anforderungen an die denkmalpflegerische Verträglichkeit. Wesentliche Punkte:

  • Frühzeitiger Einbezug der Denkmalpflege. Bei Erneuerungen oder Umgestaltungen von Gassen, Plätzen und Belägen im Perimeter ist die städtische Denkmalpflege frühzeitig beizuziehen – zusammen mit der Fachstelle Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, da hindernisfreie Nutzung und Denkmalverträglichkeit gemeinsam zu lösen sind (vgl. Natursteinpflästerung).
  • Orientierung am historisch verbürgten Zustand. Materialwahl, Belagsstruktur und Ausstattung richten sich nach der lokal überlieferten Tradition – etwa bei Pflästerungen aus Alpnacher Quarzsandstein oder bei Stadtmobiliar, Beleuchtung und Beschriftung.
  • Bezug zum ISOS. Der Perimeter deckt sich räumlich weitgehend mit dem Gebiet, das im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) mit dem höchsten Erhaltungsziel verzeichnet ist. Daraus leiten sich zusätzliche Anforderungen an Eingriffe ab.
  • Archäologie. Bau- und Aushubarbeiten im Perimeter lösen regelmässig archäologische Untersuchungen durch den Archäologischen Dienst des Kantons Bern aus (UNESCO-Welterbe im Kanton Bern (Kanton Bern)).
  • Abstimmung mit dem blau-grünen Infrastruktur-Anliegen. Begrünung, Versickerung und Baumstandorte sind im Perimeter besonders sorgfältig mit dem Stadtbild und der historischen Substanz abzustimmen.

Der UNESCO-Managementplan bildet das zentrale Instrument zur langfristigen Steuerung der Welterbestätte. Er umfasst einen statischen Teil (Welterbeeigenschaften, Perimeter, Pufferzone, Schutzinstrumente) und einen dynamischen Teil mit Leitfäden zu öffentlichem Raum, Architektur und Städtebau sowie Archäologie. Der Plan wird von der städtischen Denkmalpflege unter Mitwirkung von Bund (Bundesamt für Kultur) und Kanton erarbeitet. Nach Genehmigung durch das Bundesamt für Kultur und das UNESCO-Welterbezentrum ist die Einführung für Sommer/Herbst 2026 vorgesehen (UNESCO-Weltkulturerbe Altstadt (Stadt Bern)).

Zuständigkeiten

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Ebene Stelle Rolle im UNESCO-Perimeter
Stadt Bern Fachstelle für Denkmalpflege Federführung Managementplan, denkmalpflegerische Beurteilung von Bauvorhaben
Stadt Bern Stadtplanung, Tiefbauamt, Stadtgrün Bern Planung und Realisierung von Projekten im öffentlichen Raum
Kanton Bern Amt für Kultur, Archäologischer Dienst Kantonale Denkmalpflege; archäologische Untersuchungen
Bund Bundesamt für Kultur (BAK) Äquivalenzprüfung Managementplan, Weiterleitung an UNESCO