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* [[Quellen:Praxishandbuch Stadtnatur – Biodiversität fördern im Schweizer Siedlungsraum]] | * [[Verwendet Quelle::Quellen:Praxishandbuch Stadtnatur – Biodiversität fördern im Schweizer Siedlungsraum]] | ||
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Infrastruktur Wikipedia – Grüne Infrastruktur] | * [https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Infrastruktur Wikipedia – Grüne Infrastruktur] | ||
* [https://sponge-city.info Infoplattform Schwammstadt] | * [https://sponge-city.info Infoplattform Schwammstadt] | ||
Version vom 31. März 2026, 12:54 Uhr
Diese Seite zeigt beispielhaft einen Aufbau, der sich stärker am Wiki-Konzept orientiert, als dies beim direkt aus dem PDF-Arbeitsmittel übernommenen Blau-grüne Infrastruktur der Fall ist.
Blau-Grüne Infrastruktur
Blau-grüne Infrastruktur (BGI) bezeichnet ein integriertes Konzept zur Gestaltung urbaner Räume, das natürliche Wasserressourcen (blau) und Grünflächen (grün) miteinander verknüpft. Ziel ist es, städtische Lebensräume ökologisch nachhaltiger zu gestalten, indem versiegelte Flächen entsiegelt und Wasser- sowie Vegetationssysteme kombiniert werden. Dies dient dem Management von Niederschlagswasser, der Förderung der Biodiversität, der Verbesserung des Mikroklimas und der Steigerung der Lebensqualität.
Das Konzept ist eng verwandt mit dem weiteren Begriff der Grünen Infrastruktur, der ein strategisch geplantes Netzwerk natürlicher und naturnaher Flächen auf verschiedenen Massstabsebenen beschreibt und neben ökologischen auch sozio-kulturelle, ästhetische und ökonomische Aspekte umfasst. Blau-grüne Infrastruktur erweitert diesen Ansatz um die explizite Integration hydrologischer Elemente – insbesondere des urbanen Wassermanagements und der Starkregenvorsorge.
In der Stadt Bern ist blau-grüne Infrastruktur ein verbindliches Leitbild für die Planung und Gestaltung des öffentlichen Raums. Das übergeordnete Planungsinstrument ist der Quellen:Rahmenplan Stadtklima mit den Teilkonzepten Hitzeminderung und Starkregenvorsorge.
Konzeptioneller Rahmen
Bezug zur Grünen Infrastruktur
Der Begriff «Grüne Infrastruktur» wurde in den 1990er-Jahren in den Vereinigten Staaten geprägt und beschreibt ein strategisch geplantes Netzwerk verbundener Grünflächen. Das Konzept wurde seither international weiterentwickelt und von der Europäischen Union im Rahmen ihrer Biodiversitätsstrategie gefördert. Es stellt konzeptionell eine Alternative und Ergänzung zur rein zweckgebundenen grauen Infrastruktur dar.
Blau-grüne Infrastruktur ist eine Ausprägung dieses Ansatzes mit besonderem Fokus auf städtische Räume und das Zusammenspiel von Vegetation und Wasser. Durch die Verbindung von Bewässerung und Verdunstung entsteht eine höhere Kühl- und Filterwirkung der Stadtvegetation.
Weiterführend: Wikipedia – Grüne Infrastruktur
Kernprinzipien
- Entsiegelung
- Versiegelte Flächen werden reduziert oder zurückgebaut, um Versickerung und Verdunstung zu ermöglichen.
- Dezentrale Wasserbewirtschaftung
- Niederschlagswasser wird möglichst am Ort des Anfalls zurückgehalten, genutzt oder verdunstet (siehe Schwammstadtprinzip).
- Multifunktionalität
- Flächen erfüllen gleichzeitig mehrere Funktionen: Entwässerung, Kühlung, Biodiversität, Aufenthaltsqualität.
- Vernetzung
- Einzelne Grün- und Wasserflächen werden zu einem zusammenhängenden System verbunden.
- Klimaresilienz
- Das Gesamtsystem stärkt die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber Hitzeereignissen und Starkniederschlägen.
Integrative Planung
Die Entwicklung blau-grüner Infrastruktur bewegt sich im Spannungsfeld unterschiedlicher Perspektiven. Fachdisziplinen, die bisher oft parallel arbeiteten, sind gefordert, innovative und kooperative Lösungen zu entwickeln. Der Umgang mit Niederschlagswasser muss stärker in die Konzeptarbeit und Vorstudienphase integriert werden.
Der Entwicklungskreis (vgl. Gestaltungsprinzipien für Projekte im öffentlichen Raum) veranschaulicht, welche Themen und Rahmenbedingungen in der Analysephase entscheidend sind. Er gliedert die Projektentwicklung in drei Phasen: Raumanalyse, Projektentwicklung und Realisierung. In der Analysephase sind unter anderem zu klären: Rahmenplan Stadtklima (Hitzeminderung, Starkregenvorsorge), Entwässerungsmanagement, Nutzungsarten und -intensitäten, Geologie und Altlasten, Analyse der Grünanlagen sowie der unterirdische Raum mit Leitungen. Die Analysephase bestimmt den Handlungsspielraum für die nachfolgende Vorstudie (Baureifmachungskonzept, BGK), das Vorprojekt und das Bauprojekt.
Anwendung in der Stadt Bern
Einbettung in «Bern baut»
Die Standards der Stadt Bern zur blau-grünen Infrastruktur sind Teil der Gestaltungsprinzipien für Projekte im öffentlichen Raum. Sie gelten für die gesamte Stadt und richten sich an projektleitende Stellen der Stadt Bern sowie an externe Planungsbüros und Auftragnehmer.
Ziele
Im Rahmen der Klimaanpassung werden Massnahmen der blau-grünen Infrastruktur mit hoher Priorität in Projekte integriert. Intelligente Strassenquerschnitte und ein zusammenhängendes Netzwerk aus blau-grüner Infrastruktur dienen dabei als Leitbild für eine klimaresiliente Stadt.
Folgende Ziele stehen im Vordergrund:
- Entlastung des Kanalisationssystems und Reduktion des Überschwemmungsrisikos bei Starkregenereignissen
- Förderung der Grundwasserneubildung
- Verbesserung des Stadtklimas durch Verdunstungskühlung und Beschattung
- Erhalt und Förderung der Biodiversität
- Steigerung der Aufenthalts- und Lebensqualität im öffentlichen Raum
Anwendungsgebiet
Unterseiten
| Unterseite | Inhalt |
|---|---|
| Schwammstadt-Prinzip | Dezentrale Niederschlagswasserbewirtschaftung; natürliche Prozesse Verdunstung, Versickerung, Retention |
| Niederschlagswassermanagement | Prioritätenfolge, Randbedingungen, rechtliche Grundlagen |
| System Baum | Stadtbäume als Klimaanpassungsmassnahme; Wurzelraum, Mindestabstände, Baumscheiben |
| Begrünungsformen | Hecken und Gehölze, Wiesen und Ruderalfluren, Fassaden- und Dachbegrünung |
| Rechtliche Grundlagen und Normen | Massgebende Gesetze, Richtlinien und Fachnormen |
Massgebende Quellen und Grundlagen
Arbeitsmittel Stadt Bern
- Gestaltungsprinzipien für Projekte im öffentlichen Raum
- Arbeitshilfe Urbaner Wasserhaushalt – Niederschlagswassermanagement im öffentlichen Raum
- Arbeitshilfe Wurzelraum für Bäume im Strassenraum
Externe Quellen
- Quellen:Rahmenplan Stadtklima
- Quellen:VSA-Richtlinie Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter
- Quellen:SN 640 075 Fussgängerverkehr – Hindernisfreier Verkehrsraum
- Quellen:Regenwasser im Siedlungsraum (BAFU)
- Quellen:Biodiversitätskonzept 2025–2035
- Quellen:Praxishandbuch Stadtnatur – Biodiversität fördern im Schweizer Siedlungsraum
- Wikipedia – Grüne Infrastruktur
- Infoplattform Schwammstadt