Oberflächen und Beläge
Die Wahl des Bodenbelags und Materialisierung richtet sich nach Nutzung, Belastung, funktionalen Anforderungen sowie ökologischen und stadtklimatischen Aspekten. Zu den relevanten Kriterien gehören die Hindernisfreiheit, Geräuschentwicklung, Wasserdurchlässigkeit, Wintertauglichkeit, Gewässerschutz, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit.
Grundsätze
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Versiegelungen sind allgemein auf das funktional notwendige Minimum zu begrenzen. Bestehende Beläge sollen wo möglich entsiegelt und klimaadaptiv umgestaltet werden. Unversiegelte Flächen fördern die Versickerung, reduzieren Hitzeeffekte und verbessern das Mikroklima. Begrünungen verstärken diesen Effekt und fördern die Biodiversität.
Besonders bei Spezialbelägen und sickerfähigen Belägen ist darauf zu achten, dass die Strassenbeläge in Durchgangsstrassen und bedienten Sackgassen so gewählt werden, dass im Winter die Durchfahrt auch mit Schneeketten möglich ist.
Fusswegflächen sind hindernisfrei zu gestalten.
Gestaltungsmerkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bodenbeläge sind auf das bestehende Umfeld abzustimmen und sollen mit diesem eine gestalterische Einheit bilden. Materialwahl, Struktur, Farbe und Verlegemuster beeinflussen das Erscheinungsbild und die räumliche Qualität des öffentlichen Raums massgeblich. Die Materialwahl soll dem Charakter des Stadtbildes entsprechen. Ein Übermass an Materialvielfalt und gestalterischen Kontrasten im öffentlichen Raum ist zu vermeiden. Es kann die Orientierung erschweren, insbesondere für Menschen mit Sehbehinderungen, und führt zu einem unruhigen Erscheinungsbild. Im UNESCO-Perimeter sind Oberflächen nach Möglichkeit originalgetreu wiederherzustellen.
Zur Reduktion von Hitzeinseln sollen möglichst helle Materialien mit hoher Rückstrahlung (hohem Albedowert) verwendet werden. Wo funktional umsetzbar, sind sickerfähige Oberflächen und Beläge unter Berücksichtigung der Zulässigkeit zu bevorzugen.
In der Abbildung sind die Wasserbilanzen unterschiedlicher Beläge als grobe Richtwerte dargestellt. Als Referenz dient eine typische Wasserbilanz im unbebauten Zustand («natürliche Wasserbilanz») und die Wasserbilanz eines konventionellen Strassenraums mit hohem Versiegelungsgrad. Insbesondere mit der Erhöhung des Anteils von Grünflächen, aber auch mit dem Einsatz von Belägen mit hohen Verdunstungs- und Versickerungsanteilen kann die Wasserbilanz eines Strassenraums in Richtung der natürlichen Wasserbilanz optimiert werden.
Anwendung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die speziellen Anwendungsfälle sind in den nachfolgenden Kapiteln beschrieben
Verweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- «Qualitäts- und Ausführungsvorschriften, Angaben für den Projektverfasser», Tiefbau Stadt Bern, 2014
- Grundlagen für die Darstellung: Abflussbeiwerte gem. SN 592 000 und DIN 1986-100
- Hydrologischer Atlas der Schweiz
- VSS 40214 «Farbliche Gestaltung von Strassenoberflächen (FGSO)»