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Aus Bern baut
Bern baut – Planen und Projektieren im öffentlichen Raum

«Bern baut – Planen und Projektieren im öffentlichen Raum» ist ein operatives Arbeitsinstrument für Fachpersonen, die im öffentlichen Raum planen, projektieren und bauen. Dabei kommen einheitliche und verbindliche Prinzipien in den Themenfeldern Strassenraumlayout, Oberflächen, Vegetation, Wasserhaushalt und Ausstattungen zur Anwendung.

Das Arbeitsinstrument «Bern baut – Planen und Projektieren im öffentlichen Raum» legt Planungs- und Gestaltungsprinzipien fest, die den Bedürfnissen der Menschen entsprechen. Es ist für Planerinnen und Planer sowie für Projektleiterinnen und Projektleiter gedacht, die sowohl innerhalb der Stadtverwaltung als auch auf der Seite der externen Auftragnehmerinnen und Auftragnehmer mit öffentlichen Räumen arbeiten. «Bern baut» beinhaltet Planungsgrundsätze, Standards und Empfehlungen für das Planen und Bauen im öffentlichen Raum.

Unter «Arbeitsinstrument» finden Sie das Dokument, das Sie durch Planungsgrundsätze, Standards und Empfehlungen für das Planen und Bauen im öffentlichen Raum führt. Weiter finden Sie unter «Arbeitshilfen» Vorlagen, die Sie bei der Gestaltung, der Projektierung und der Realisierung von Bauvorhaben verwenden können. Zusätzlich bieten wir Ihnen Informationen zu Bewilligungen und eine Baustellenübersicht.

Gestaltungsprinzipien

Für Projekte im öffentlichen Raum wurden Gestaltungsprinzipien (Standards) entwickelt, die Standardsituationen aufzeigen und den vielfältigen städtischen Anforderungen gerecht werden.

Das Arbeitsinstrument «Bern baut» gibt keine definitiven Gestaltungskonzepte vor, sondern zeigt die Möglichkeiten und Spielräume auf, die im Regelfall zur Anwendung kommen. Neue Standards werden in «Bern baut» aufgenommen, wenn sie sich in der Praxis bewährt haben. «Bern baut» wird stetig weiterentwickelt; ergeben sich neue Anforderungen, werden die bestehenden Standards überprüft, angepasst oder durch neue ersetzt.

Besonderheiten im Stadtraum wie der UNESCO-Perimeter oder städtebaulich-denkmalpflegerisch herausragende Plätze und Strassen sind gesondert zu betrachten. Die spezifischen historischen Eigenschaften in der Gestaltung sollen beibehalten, gestärkt und weiterentwickelt werden. Orte mit hoher Aufenthaltsqualität können mit Standardelementen oder standardabweichenden Elementen gestaltet werden.

Blau-grüne Infrastruktur

Hauptartikel: Blau-grüne Infrastruktur

Mit blau-grüner Infrastruktur (auch Blaue-Grüne Infrastruktur oder Blue-Green Infrastructure, BGI) bezeichnet man ein Planungskonzept in der Stadt- und Landschaftsplanung, das natürliche und technisch gestaltete Elemente kombiniert, um ökologische, soziale und wirtschaftliche Vorteile zu erzielen.

Blau-grüne Infrastruktur geht über klassische «grüne Infrastruktur» hinaus, indem sie gezielt die Wechselwirkung zwischen Wasser und Vegetation nutzt – etwa für die Kühlung durch Verdunstung oder die Reinigung von Abwasser durch Pflanzenkläranlagen. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Natur und Technik verbindet, um Städte widerstandsfähiger, lebenswerter und umweltfreundlicher zu gestalten.

Der Erfolg von blau-grüner Infrastruktur (BGI) in Städten wird anhand verschiedener quantitativer und qualitativer Indikatoren gemessen. Diese lassen sich in ökologische, soziale, ökonomische und technische Kriterien unterteilen.

System Baum

Hauptartikel: System Baum

Bäume haben bei der Planung des öffentlichen Raums höchste Priorität, da sie die effektivste Massnahme zur Klimaanpassung darstellen. Aufgrund ihrer Grösse benötigen Bäume einen grosszügigen Wurzelraum, um ein stabiles Wurzelwerk auszubilden und ausreichend Wasser sowie Nährstoffe aufzunehmen, die für ihre Gesundheit entscheidend sind. Förderlich für die Vitalität der Bäume und die Biodiversität ist die ober- und unterirdische Verbindung von Baumgruben mittels geeignetem Baumsubstrat oder Bodenmaterial. Der Wurzelraum kann zudem mit Grünstreifen und neuerdings auch mit geeigneten Speicherschichten vergrössert werden, wobei sich die überbaubaren Speicherschichten aktuell (2025) noch in Pilotphasen befinden. Anfallendes Niederschlagswasser kann zur Bewässerung der Bäume genutzt werden, wobei die Einleitbedingungen aus der Arbeitshilfe Urbaner Wasserhaushalt der Stadt Bern zu berücksichtigen sind.

Oberflächen und Beläge

Hauptartikel: Oberflächen und Beläge

Die Wahl des Bodenbelags und Materialisierung richtet sich nach Nutzung, Belastung, funktionalen Anforderungen sowie ökologischen und stadtklimatischen Aspekten. Zu den relevanten Kriterien gehören die Hindernisfreiheit, Geräuschentwicklung, Wasserdurchlässigkeit, Wintertauglichkeit, Gewässerschutz, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit.