Zum Inhalt springen

Schwammstadt-Prinzip: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Bern baut
Timo Bezjak (Diskussion | Beiträge)
Timo Bezjak (Diskussion | Beiträge)
Zeile 38: Zeile 38:


== Synergien von Wasser und Grün ==
== Synergien von Wasser und Grün ==
{{Callout|Jeder Unterpunkt kann in der weiteren Entwicklung zu einem Absatz und dann ggf. zu einer eigenen Seite ausgebaut werden.}}


Sind Grünflächen ausreichend mit Wasser versorgt, bleiben sie vital, entfalten ihr optimales Verdunstungspotenzial, wirken kühlend und tragen zu einer verbesserten Biodiversität bei. Diese Synergien von Wasser und Grün sind wenn immer möglich zu nutzen und mit Baumpflanzungen zu verbinden.
Sind Grünflächen ausreichend mit Wasser versorgt, bleiben sie vital, entfalten ihr optimales Verdunstungspotenzial, wirken kühlend und tragen zu einer verbesserten Biodiversität bei. Diese Synergien von Wasser und Grün sind wenn immer möglich zu nutzen und mit Baumpflanzungen zu verbinden.
Zeile 49: Zeile 50:
* Wasserbewirtschaftung für Bäume im Strassenraum
* Wasserbewirtschaftung für Bäume im Strassenraum


{{Callout|Jeder Unterpunkt kann in der weiteren Entwicklung zu einem Absatz und dann ggf. zu einer eigenen Seite ausgebaut werden.}}
== Massgebende Randbedingungen ==
== Massgebende Randbedingungen ==



Version vom 31. März 2026, 10:45 Uhr

Diese Seite zeigt beispielhaft einen Aufbau, der sich stärker am Wiki-Konzept orientiert, als dies beim direkt aus dem PDF-Arbeitsmittel übernommenen Blau-grüne Infrastruktur der Fall ist.


Ganzes Statgebiet

Das Schwammstadtprinzip ist ein zentraler Ansatz zur Entwicklung blau-grüner Infrastruktur im urbanen Raum. Es beschreibt eine Stadtgestaltung, die Niederschlagswasser dezentral bewirtschaftet: Das Wasser wird möglichst am Ort des Anfalls zurückgehalten, verdunstet, versickert oder genutzt, anstatt es rasch in die Kanalisation abzuleiten.

Grundlage: Gestaltungsprinzipien für Projekte im öffentlichen Raum.

Grundprinzip

Eine Schwammstadt ist so konzipiert, dass sie Versickerung, Verdunstung und Retention von Niederschlagswasser fördert. Durch den Oberflächenrückhalt und die verzögerte Ableitung werden Abflüsse reduziert, die lokale Grundwasserneubildung gefördert, die Stadtvegetation mit Wasser versorgt und kühlende Verdunstungseffekte erhöht. Das Niederschlagswasser wird von Freiflächen, Verkehrsflächen und Dächern gesammelt und zu bestehenden und neuen Grünflächen und Bäumen geleitet. Gleichzeitig wird das Kanalsystem entlastet und das Risiko bei Starkregenereignissen reduziert.

Die drei massgebenden Prozesse:

Prozess Wirkung
Verdunstung (Evapotranspiration) Kühlung des Stadtklimas; Feuchteanreicherung der Luft
Versickerung Grundwasserneubildung; Reduktion des Oberflächenabflusses
Retention (Rückhalt) Drosselung des Abflusses bei Starkniederschlägen; Entlastung der Kanalisation

Das natürliche System (unbebauter Zustand) weist im Vergleich zum konventionellen versiegelten Strassenraum deutlich höhere Verdunstungs- und Versickerungsanteile auf. Das Schwammstadtprinzip zielt darauf ab, die Wasserbilanz urbaner Räume in Richtung des natürlichen Systems zu verbessern.

Vergleich der Systeme

Gestaltungsprinzipien für Projekte im öffentlichen Raum unterscheidet drei Systemtypen:

System A – Natürliches System
Hohe Verdunstung und Versickerung, minimaler Abfluss.
System B – Konventionelle Entwässerung
Hoher Abfluss über versiegelte Flächen in die Kanalisation; geringe Verdunstung und Versickerung.
System C – Schwammstadt
Angestrebtes Gleichgewicht; dezentrale Bewirtschaftung mit Grünflächen, sickerfähigen Belägen und Retentionsflächen.

Synergien von Wasser und Grün

Jeder Unterpunkt kann in der weiteren Entwicklung zu einem Absatz und dann ggf. zu einer eigenen Seite ausgebaut werden.


Sind Grünflächen ausreichend mit Wasser versorgt, bleiben sie vital, entfalten ihr optimales Verdunstungspotenzial, wirken kühlend und tragen zu einer verbesserten Biodiversität bei. Diese Synergien von Wasser und Grün sind wenn immer möglich zu nutzen und mit Baumpflanzungen zu verbinden.

Typische Massnahmen:

  • Versickerungsflächen, die gleichzeitig als Grünflächen dienen
  • Parks mit integrierten Wasserläufen zur Versickerung und Kühlung
  • Durchlässige Beläge (Schotterrasen, ungebundene Pflästerung, Drainasphalt)
  • Mulden und Retentionsflächen auf Strassen und Plätzen
  • Dach- und Fassadenbegrünung zur Dämpfung des Regenabflusses
  • Wasserbewirtschaftung für Bäume im Strassenraum

Massgebende Randbedingungen

  • Gewässerschutzbereich (Au/üB) gemäss Geoportal Kanton Bern
  • Belastungsklassen des Niederschlagswassers
  • Distanz Grundwasserspiegel zu Terrain (Flurabstand)
  • Belastete Standorte (Altlasten)
  • Sickerleistung des Bodens und Untergrunds
  • Interaktion zwischen Bäumen und Versickerungsflächen

Faktoren für einen guten Umgang mit Niederschlagswasser:

  • Betrachtungsperimeter und Dimensionierungsgrundlagen
  • Topografie und Oberflächenabfluss
  • Hitzebelastung und Tausalzbelastung
  • Bestandsbäume und Mitbenutzung der Flächen

Planerische Einbettung

In der Vorstudienphase ist ein Niederschlagswassermanagement festzulegen, das auch die Nutzung des Wassers einbezieht. Die Zulässigkeit der einzelnen Schwammstadtelemente richtet sich nach der Gesetzgebung des Amts für Wasser und Abfall (AWA) des Kantons Bern sowie der VSA-Regenwasserrichtlinie. Für die Stadt Bern sind diese Anforderungen in der Arbeitshilfe Urbaner Wasserhaushalt – Niederschlagswassermanagement im öffentlichen Raum konkretisiert.

Massgebende Quellen und Grundlagen

Arbeitsmittel Stadt Bern

Externe Quellen